Während OpenAI mit akrobatischer Präzision den Ethik-Spagat zwischen Gemeinnützigkeit und Milliardenrendite hinlegt, nimmt sich Google gleich das ganze Internet zur Brust: Alles, was öffentlich ist, darf ab sofort als KI-Futter dienen! Urheberrechte? Egal.
Meta wiederum inszeniert sich als Opfer der Verbraucherzentrale NRW und sieht in Transparenz gegenüber Nutzer:innen gleich die größte Bedrohung für Europas Innovationskraft seit der Erfindung des Datenschutzes.
Außerdem wird in einem Artikel gefordert, wir sollen KI endlich wie einen Toaster behandeln. Also als ganz normale Technologie mit ganz normalen Regeln. Klingt banal, ist aber revolutionär, wenn wir bedenken, wie oft wir KI wahlweise als Untergang der Menschheit oder Lösung aller Probleme inszenieren.
Auch Autor Leon Furze (niemand kann etwas für seinen Nachnamen! 😉 rechnet mit einem gefährlichen Mythos ab: der vermeintlichen Unvermeidlichkeit von KI. Wenn Unternehmen behaupten, diese Technologie sei ohnehin nicht aufzuhalten, geht es weniger um Fortschritt, sondern mehr um Machtausbau.
Derweil verlieren Uni-Abschlüsse an Wert, weil die Jobs, die einst Einsteiger:innen bekamen, jetzt von Algorithmen erledigt werden. Und in Griechenland reicht eine Frau die Scheidung ein – auf Empfehlung von ChatGPT, das beim digitalen Kaffeesatzlesen Untreue diagnostizierte.
Was nach Satire klingt, ist knallharte Realität. Sie zeigt, wie dringend wir gesellschaftlich aushandeln müssen, welche Rolle KI eigentlich spielen soll: unterhaltsame Zauberkugel, praktisches Werkzeug oder Wirtschaftsrisiko für Millionen Menschen. Solange das unklar ist, bleibt unser Umgang mit KI irgendwo zwischen Black Box und blindem Vertrauen stecken.
Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus: Wollen wir Technik, die dem Menschen dient? Oder Menschen, die sich der Technik unterordnen?
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KOMMENTAR
Wer hat eigentlich beschlossen, dass KI unausweichlich ist? Spoiler: Niemand.
Leon Furze bringt es in seinem Artikel „The Myth of Inevitable AI“ auf den Punkt: Die Behauptung, dass KI sowieso alles übernehmen wird, ist kein Naturgesetz, sondern cleveres Marketing. „Es ist halt der Lauf der Dinge“ klingt eben besser als: „Wir pushen ein unfertiges Produkt in jeden Lebensbereich, weil’s Profit bringt.“
Dass Tech-Unternehmen KI als unvermeidlich darstellen, ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Fisch, der Fahrrad fährt. Furze zeigt: Auch Elektrizität und das Internet wirkten im Rückblick alternativlos, waren es aber nie. Sie wurden gestaltet, diskutiert, reguliert. Und genau das sollten wir jetzt mit KI auch tun.
Besonders im Bildungsbereich schlägt Furze Alarm: Wenn Lehrkräfte glauben, ohne ChatGPT nicht mehr auskommen zu können, haben wir das nächste EdTech-Burnout schon gebucht. Denn was als Hilfe verkauft wird, endet schnell in Abhängigkeit ohne pädagogischen Mehrwert.
Unser Fazit: KI ist kein Naturgesetz wie die Schwerkraft, sie ist eher wie ein Navigationssystem. Es kann dir den Weg zeigen, aber du sitzt am Steuer. Wenn du die Route blind übernimmst, landest du vielleicht im nächsten Fluss. Wir sollten besser fahren UND dabei denken. Und nicht einfach einer Maschine das Denken überlassen. https://leonfurze.com/2025/04/28/the-myth-of-inevitable-ai/
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NEWS
OpenAI macht den Ethik-Spagat
OpenAI bleibt gemeinnützig. Zumindest auf dem Papier. Statt sich vollends dem Kapitalmarkt hinzugeben, bleibt die Kontrolle bei der Non-Profit-Mutter, der kommerzielle Arm wird zur „Public Benefit Corporation“. Klingt gut? Klingt nach Kompromiss. Zwischen Idealismus und Investorenlogik balanciert OpenAI wie ein Start-up auf dem Ethik-Seil: Nicht zu profitgierig wirken, aber bitte auch nicht die Milliarden-Investoren vergraulen. Das Ganze erinnert uns ein bisschen an: Ich will ja nur das Beste für die Menschheit. Aber bitte mit 20 % Rendite. https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/openai-kommerzialisierungsplaene-verworfen-gemeinnuetzige-kontrolle-bleibt-a-f0dc1151-a8f6-4376-915d-e4857241fc9f
Öffentlich heißt kostenlos: Google macht’s offiziell.
Google bestätigt nun offiziell, was viele vermutet haben: Das Unternehmen nutzt Inhalte zum Training seiner KI. Und zwar auch dann, wenn Urheber:innen dem ausdrücklich widersprochen haben. In einer aktualisierten Datenschutzrichtlinie räumt Google sich das Recht ein, öffentlich zugängliche Inhalte im Netz für Trainingszwecke zu verwenden. Kritiker:innen sehen darin eine systematische Enteignung kreativer Arbeit im Namen der technischen Effizienz. Fair Use oder fauler Deal? Wohl eher letzteres … https://www.golem.de/news/kuenstliche-intelligenz-google-trainiert-ki-auch-wenn-urheber-es-nicht-erlauben-2505-195928.html
Verbraucherschutz? Bitte nicht!
Meta schlägt Alarm: Eine mögliche Unterlassungsverfügung der Verbraucherzentrale NRW gegen bestimmte KI-Funktionen des Konzerns sei – so Meta – nicht nur schlecht fürs Geschäft, sondern gleich eine Bedrohung für die gesamte deutsche Innovationskraft. In gewohnter Alarmismus-Tonlage mahnt Meta vor einem „gefährlichen Signal“ für den EU-Binnenmarkt und warnt, dass Deutschland sich selbst als Tech-Standort ins Abseits stelle. Interessanterweise geht es aber gar nicht um eine grundsätzliche Absage an KI – sondern um Transparenz und Fairness gegenüber Nutzer:innen. Oder wie Meta es nennt: eine Innovationsbremse. https://about.fb.com/de/news/2025/05/moegliche-unterlassungsverfuegung-der-vznrw-bedroht-deutsche-ki-innovation-wirtschaftswachstum-und-den-eu-binnenmarkt/
KI braucht Regeln, keinen Ausnahmezustand.
Der Text „AI as a Normal Technology“ argumentiert gegen den Sonderstatus, den KI in der öffentlichen Debatte oft einnimmt, ob als existenzielle Bedrohung oder als Heilsbringer. Stattdessen plädieren die Autoren Arvind Narayanan und Sayash Kapoor dafür, KI als ganz normale Technologie zu behandeln – also als gesellschaftliches Werkzeug, das in politische, rechtliche und wirtschaftliche Strukturen eingebettet ist. Das bedeutet: keine Ausnahmegesetze, keine Sondergremien, sondern demokratisch legitimierte Institutionen, die regulieren, kontrollieren und korrigieren können. Denn das eigentliche Risiko liegt laut den beiden nicht in der Technologie selbst. Sondern darin, dass wir sie als etwas behandeln, das außerhalb unserer Kontrolle steht. https://knightcolumbia.org/content/ai-as-normal-technology
Jetzt schnell bewerben, bevor die KI den Job übernimmt.
Was tun mit einem frischen Uni-Abschluss? Offenbar erst mal arbeitslos sein. Die Arbeitslosenquote junger Akademiker:innen in den USA ist so hoch wie seit Jahren nicht. Selbst MBAs von Elite-Unis bekommen Absagen. Der Artikel zeigt: Drei Entwicklungen laufen hier zusammen. Erstens hat sich der Jobmarkt nie ganz vom Crash der Pandemie und der Großen Rezession erholt. Zweitens verliert der Studienabschluss als Jobgarantie an Wert. Und drittens beginnt KI genau jene Aufgaben zu übernehmen, die bisher Job-Einsteiger:innen erledigten. Der historische Vorsprung junger Hochschulabsolvent:innen schrumpft. Und mit ihm die Gewissheit, dass Bildung allein reicht. https://www.theatlantic.com/economy/archive/2025/04/job-market-youth/682641/
Hellsehen 2.0 made by KI. Mit krassen Folgen.
Was früher die Schwiegermutter oder das Orakel von Delphi erledigten, übernimmt heute: ChatGPT. In Griechenland reichte eine Frau die Scheidung ein. Auf Empfehlung des Chatbots, der ihr nach einer digitalen Wahrsagungssession (ja, wirklich) verriet, dass ihr Mann sie betrügt. Der Mann? Völlig baff. Die Frau? Fest zur Scheidung entschlossen. Der Chatbot? Sprachlos, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Diese Story ist zwar kurios, aber sie zeigt auf ziemlich unterhaltsame Weise, wie schnell KI unser Vertrauen genießt – manchmal mehr, als es gesund ist. Genau deshalb braucht es unserer Meinung nach klare Standards für den Umgang mit KI. https://www.antenna.gr/tech/article/4/956894/chatgpt-to-proto-diazygio-stin-ellada-logo–texnitis-noimosynis-einai-gegonos
