Was zählen kreative oder wissenschaftliche Arbeit eigentlich noch, wenn sie ungefragt in die Datenmühlen von Tech-Konzernen wandert? Genau das passiert gerade – und zwar im richtig großen Stil. Meta hat für sein neuestes KI-Modell Llama 3 Millionen Bücher und Forschungstexte aus einer illegalen Online-Bibliothek verwendet, ohne Autor:innen zu fragen. Auch OpenAI soll bei diesem „Trainingsmaterial“ kräftig mitgenascht haben. Über diese Form des Diebstahls regt sich auch der Verband Deutscher Sprecher:innen e.V. (VDS) auf, denn deren Synchronstimmen werden auch dafür genutzt, KI zu trainieren – und die Menschen zu ersetzen.
Parallel dazu sorgt ein KI-generierter Fake-Essay in Estland für Aufregung, während ein deutsches Wutbürger-Portal munter Zitate erfindet, als wären Fakten optional. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, zwischen Original und Simulation, verschwimmen zunehmend. Was bleibt, ist ein schales Gefühl. Und die drängende Frage, wer eigentlich noch die Kontrolle über Inhalte, Verantwortung und Wahrheit hat.
In diesem Newsletter findest du Infos dazu,
- wie KI derzeit mit geistigem Eigentum umgeht,
- was das für kreative Berufe bedeutet und
- warum wir dringend darüber sprechen müssen, welchen Wert menschliche Intelligenz in Zukunft noch haben soll.
Wir denken: Technologie darf kein Vorwand sein, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Hinter jeder KI steht am Ende ein Mensch – und der sollte auch die Konsequenzen im Blick behalten. Und zwar umfassend!
DISKUSSION
Wurden deine Texte ungefragt zum KI-Futter?
Was nach einem schlechten Cyber-Krimi klingt, ist leider Realität: Meta hat beim Training seines neuen KI-Modells Llama 3 nicht nur in die eigene Datenkiste gegriffen, sondern gleich mal 7,5 Millionen Bücher und 81 Millionen wissenschaftliche Texte aus der illegalen Schattenbibliothek Library Genesis (LibGen) eingespeist. Ohne Einwilligung. Ohne Transparenz. Ohne Rücksicht.
Und als wäre das nicht genug, soll auch OpenAI (ChatGPT) munter mittrainiert haben. Der Begriff „geistiges Eigentum“ scheint im KI-Zeitalter zunehmend verhandelbar zu sein – allerdings nur für die, die keine Macht über die Technologie haben.
Du bist Autor:in? Journalist:in? Wissenschaftler:in? Dann kannst du betroffen sein. Deine Texte, für die du jahrelang gearbeitet hast, können plötzlich als Trainingsmaterial in Systeme gelandet sein, die von BigTech kontrolliert werden. Ohne Lizenz, ohne Bezahlung, ohne Respekt.
Ob deine Werke heimlich verwendet wurden, kannst du hier selbst prüfen:
- Hintergrundartikel mit allen Infos: Zum Artikel bei The Atlantic
- Direkt checken, ob du betroffen bist: Zur Suchfunktion
Wir fragen uns: Wo bleibt der Aufschrei? Wie lange wollen wir noch zusehen, wie Kreativität und Wissen zu Rohstoff degradiert werden? Ganz ohne Einwilligung derer, die diese Werke geschaffen haben?
Wenn du klar zeigen willst, wie wichtig Menschliche Intelligenz für dich und deine Arbeitsergebnisse ist, zeige deine Haltung nach außen – mit dem MI-Siegel.
EVENT 23. April – 9 bis 12 Uhr: SCHULUNG: KI + QUALITÄT
Wie können wir KI im Marketing klug einsetzen, ohne dass Qualität, Effizienz oder Nachhaltigkeit auf der Strecke bleiben?
Damit das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine funktioniert, braucht es etwa:
- klare Prozesse, die alle Schritte der Content-Erstellung begleiten und Verantwortlichkeiten definieren
- Spielregeln für die Zusammenarbeit, inklusive der Frage: Wo ist menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar?
- ein Team, das die psychologischen Effekte im Umgang mit KI kennt und weiß, wo Chancen, aber auch Risiken lauern
- gründliche Ergebnis-Kontrolle: von Botschaften über Tonalität bis zur Faktenprüfung
Deshalb gibt’s unsere Schulung KI & QUALITÄT IM MARKETING – Pflichtprogramm für alle Marketing-Teams, die KI sinnvoll nutzen wollen.
NEWS
Schützt Kunst, nicht Kopien!
Was macht eine Stimme wirklich einzigartig? Der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) warnt: Wenn KI-Stimmen echte Sprecher:innen verdrängen, geht mehr verloren als nur ein Job – nämlich Emotion, Ausdruck und kultureller Kontext. In einer eindrucksvollen Videobotschaft sagen bekannte Stimmen laut und deutlich „Nein“ zur gefühllosen Maschinen-Mimikry. https://www.linkedin.com/posts/sprecherverband_tonydieagentur-susannabonasaezwicz-mariusclaraezn-activity-7311050955473444866-tOK2/
Was wäre, wenn ChatGPT die Weltherrschaft übernimmt?
Bitte lehn dich zurück und fürchte dich: https://www.instagram.com/reel/DHspN23PT2S/
KI kapert Essay-Wettbewerb in Estland
Ein preisgekrönter Essay stammte nicht von einer jungen Autorin – sondern von einer KI, erschaffen vom Schriftsteller Kaur Riismaa. Selbst das Foto der fiktiven „Nora Maria London“ war KI-generiert. Die Jury fühlte sich hinters Licht geführt und in Estland entbrannte eine hitzige Debatte: Wie viel Mensch steckt noch in der Kunst, wenn Maschinen die Feder führen? Und wie gehen wir mit der Verantwortung um, wenn die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen? https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ki-gewinnt-essay-wettbewerb-in-estland-110376583.html
KI mit freiem Willen? Fehlanzeige!
Die KI-Ethikerin Dr. Rumman Chowdhury bringt’s auf den Punkt: KI hat keinen eigenen Kopf, keinen Willen, keine Absicht. Sie ist einfach nur Code, der tut, was man ihm sagt. Und trotzdem reden viele so, als wären diese Systeme kleine Roboter mit Gewissen. Problematisch, sagt Chowdhury. Denn so tun wir, als würde die Maschine entscheiden. Und blenden dabei aus, wer wirklich verantwortlich ist: Die Entwickler:innen, die Geldgeber:innen und die Politik. https://48forward.com/2025/03/25/rumman-chowdhury-wer-programmiert-die-moral-der-maschinen/
„Zitat? Frei erfunden!“
Das scheint das Motto von Reichelts Portal Nius zu sein. Übermedien hat aufgedeckt, dass dort munter Aussagen in den Artikeln landen, die die zitierten Personen nie gesagt haben. Besonders kreativ: Ein gefaktes Selenskyj-Zitat, das glatt aus dem Reich einer Fantasie-KI stammen könnte. https://uebermedien.de/103862/nius-und-die-erfundenen-zitate/
KI allein macht keinen guten Text
KI-Texte können auf den ersten Blick ganz schön clever wirken – doch ganz ohne menschlichen Feinschliff läuft’s nicht. Warum das so ist und was du tun kannst, damit deine KI-generierten Inhalte richtig gut ankommen, erfährst du in diesem Artikel, den Jan im UPLOAD-Magazin veröffentlicht hat! https://upload-magazin.de/65322-warum-du-ki-texte-bearbeiten-musst/
Wenn du schon jetzt KI verantwortungsvoll nutzt (oder dich noch nicht von KI unterstützen lässt), zeige es doch nach außen mit dem Siegel für Menschliche Intelligenz.
