Von Urheberrecht bis Kreativität: Wo KI Chancen bietet – und wo klare Regeln fehlen.
Je mehr KI kann, desto drängender wird die Frage: Wer steuert hier eigentlich wen? Christa hat dir wieder viele informative Links zusammengestellt:
Beispiel Urheberrecht: KIs wie ChatGPT haben Texte und Bilder aus dem Netz aufgesogen, ohne Zustimmung der Urheber*innen. Kann man sich davor schützen? Technisch ja, rechtlich ist es unklar. Ein Eintrag in der „robots.txt“-Datei kann KI-Crawler aussperren, aber nicht alle halten sich daran. In den News findest du einen Link zu einer gut verständlichen Anleitung, wie du deine robot.txt erstellen kannst.
Aber wollen wir uns wirklich nur wehren? Oder brauchen wir endlich klare Regeln und eine faire Bezahlung für den transparenten Umgang mit unseren Inhalten?
Beispiel Marketing: Bei vodafone werden Radiospots automatisch generiert und Kampagnen datenbasiert optimiert. Klingt nach Fortschritt, oder? Aber was bedeutet das für menschliche Kreative? Wie viele Jobs werden ersetzt, wie viele neue entstehen? Und vor allem: Wie stellen Unternehmen sicher, dass Qualität und strategisches Denken nicht auf der Strecke bleiben?
Beispiel Journalismus: KI kann Artikel schreiben, Beiträge optimieren, Fakten checken. Aber was passiert mit der redaktionellen Verantwortung? Wie viel Kontrolle geben Medienhäuser ab? Und wie kennzeichnen sie KI-generierte Inhalte, damit Leser*innen überhaupt noch unterscheiden können, was von Menschen stammt und was nicht?
Beispiel Kunst: Ist das noch kreativ oder einfach nur Massenware? Assistant Professor Jingyi Li vergleicht KI-generierte Bilder mit Fast Fashion: Sie sehen gut aus, aber es steckt wenig echtes kulturelles Verständnis dahinter. Eine steile These, über die wir viel intensiver diskutieren sollten.
Und dann ist da noch die große Machtfrage. Die Kontrolle über KI liegt in den Händen weniger Tech-Giganten – manche nennen das Techno-Faschismus. Regulierung allein wird das nicht ändern. Müssen wir also unabhängige Alternativen entwickeln, um nicht komplett von Big Tech abhängig zu sein?
Sicher ist eigentlich nur eins: KI kann viel. Aber ohne menschliches Know-how bleibt sie nur ein mit vielen Risiken behaftetes Werkzeug. Das hat gerade VW erfahren, als sie feststellen mussten, dass ihr Marketingmanifest-Video zur Markteinführung des neuen ID. Every1 einem Film von Apple aus dem Jahr 2013 verdächtig ähnlich ist. Da hat wohl jemand vergessen, die KI-Ergebnisse zu überprüfen … 😉
Genau darum geht es in unserer Schulung „KI + Qualität“ am 23. April. Hier zeigen wir, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen und gleichzeitig die Risiken minimieren.
Übrigens: Wenn du schon jetzt KI verantwortungsvoll nutzt (oder dich noch nicht von KI unterstützen lässt), zeige es doch nach außen mit dem Siegel für Menschliche Intelligenz.
DISKUSSION
KI, Urheberrecht und robot.txt: Kannst du verhindern, dass deine Inhalte fürs Training genutzt werden?
KIs wie ChatGPT lernen aus riesigen Mengen an Texten und Bildern – ohne dass wir Urheber*innen zugestimmt haben. Doch kannst du das verhindern? Ja, aber…
- Technisch möglich: Du kannst in der „robots.txt“-Datei deiner Website eine Sperre einrichten, die KI-Crawler am Zugriff hindern soll. Damit sagst du im Prinzip: „Meine Inhalte sind tabu!“
- Rechtlich unklar: Es gibt (noch) keine einheitlichen Regeln, ob KI-Anbieter sich daran halten müssen. Manche respektieren solche Sperren, andere nicht. Dazu kommt, dass KIs ja schon mit unseren Inhalten trainiert wurden, als wir Urheber*innen gar nicht wussten, dass unsere Inhalte als Schulungsmaterial dienen …
Unser Dilemma als Urheber*innen: KI nutzt unsere bestehenden, urheberrechtlich geschützten Inhalte, um neue zu generieren. Wer sich KI komplett verweigert und noch nie ein solches Tool genutzt hat, schützt seine eigenen Werke, das ist klar. Doch wir nehmen uns selbst die Chance, von KI-gestützten Prozessen zu profitieren. Zum Beispiel durch:
- Effizientere Arbeitsabläufe: KI kann die Texterstellung beschleunigen, wenn sie mit hochwertigem Material trainiert wurde – etwa über eigene GPTs.
- Inspiration & kreative Unterstützung: Wer KI nutzt, kann schneller neue Ideen entwickeln und Inhalte optimieren.
Wir brauchen also dringend Regeln für eine faire Nutzung unserer kreativen Inhalte – und natürlich eine anständige Bezahlung! Sonst bleiben wir dabei: Das unerlaubte Training der KIs mit urheberrechtlich geschützten Inhalten wird eines Tages als der größte Raub aller Zeiten in die Menschheitsgeschichte eingehen!
Was denkst du? Lass uns diskutieren.
▶️ Gut verständliche Infos zur Einrichtung einer robot.txt findest du hier: https://www.test.de/Urheberrecht-und-kuenstliche-Intelligenz-Trainingsmaterial-fuer-KI-Nicht-meine-Texte-und-Bilder-6198072-0/
EVENT
23. April – 9 bis 12 Uhr: SCHULUNG: KI + QUALITÄT
Wie Unternehmen KI im Marketing einsetzen und dabei Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit sichern.
Damit die Zusammenarbeit mit der KI klappt, braucht es:
- Prozesse, die jeden Schritt in der Kreation begleiten und Verantwortlichkeiten festlegen.
- Regeln für die Zusammenarbeit, die klarmachen, an welchen Stellen der Mensch gefragt ist.
- ein Team, das weiß, welche psychologischen Effekte in der Zusammenarbeit mit KI wirken und wo die Chancen und Gefahren liegen.
- Kontrolle der Ergebnisse – von den richtigen Botschaften bis Tonalitäts- und Faktencheck.
Dafür gibt es unsere Schulung KI + QUALITÄT IM MARKETING, die jedes KI-nutzende Team dringend braucht.
Jetzt informieren und anmelden unter https://www.mi-siegel.de/schulung-ki-qualitaet
NEWS
KI im Marketing: Wie Vodafone sie einsetzt
Vodafone nutzt KI, um Marketingprozesse effizienter zu gestalten – von datenbasierten Werbeanalysen bis hin zur automatisierten Produktion von Radiospots und TV-Animationsvideos. Der effiziente Einsatz von KI spart Zeit und Kosten, das ist klar. Zeitgleich entstehen aber auch neue Anforderungen an die Teams, die sich nun intensiv mit rechtlichen Vorgaben und dem Datenschutz auseinandersetzen müssen. Leider ist im Artikel nichts darüber zu finden, wie viele menschliche Kreative sie mit dem KI-Einsatz einsparen … https://www.absatzwirtschaft.de/ki-im-marketing-bei-vodafone-267508/
VW zieht Markenmanifest zurück – zu viel Apple-Vibe?
Autsch. Volkswagen bringt ein neues Markenmanifest heraus, das so stark an eine Apple-Werbung erinnert, dass sie es kurzerhand wieder zurückziehen mussten. Verantwortlich dafür sind die Agenturen DDB und The Beetles. Mittlerweile gibt es eine aktualisierte Version. https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/fauxpas-von-ddb-und-the-beetles-vw-tauscht-markenmanifest-wegen-aehnlichkeit-mit-apple-werbung-aus-226352
KI im Journalismus: Transparenz oder Blackbox?
Die aktuelle Debatte dreht sich oft um Technologie, doch entscheidend ist etwas anderes: Wie viel redaktionelle Autonomie geben wir an Maschinen ab? Und wenn KI mitmischt, muss das immer gekennzeichnet werden? In dieser Studie findet ihr erste Ideen für ein Toolset für Medienhäuser, das hilft, kluge und nachhaltige Entscheidungen zur KI-Transparenz zu treffen, ohne sich von Tech-Hypes blenden zu lassen. Außerdem gibts dort einen Vorschlag zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. https://apa.at/wp-content/uploads/2020/05/schell_ger_APA_Finalversion.pdf
Generative KI ist die Fast Fashion der Bildwelt
Jingyi Li, Assistant Professor am Pomona College, haut in einem PAGE-Interview raus, dass KI-Bilder zwar hübsch aussehen, aber eben nur bestehende Muster recyceln – ohne echtes kulturelles Verständnis. So wie Fast Fashion schnelle Trends produziert, aber selten Meisterwerke, könnte KI die Wertschätzung für echte, menschliche Kunst verwässern. Kurz gesagt: KI kann viel! Aber Kreativität bleibt ein menschliches Ding. Ganz unsere Meinung! https://page-online.de/kreation/generative-ki-ist-die-fast-fashion-der-bildwelt/
Technofaschismus: Big Tech allein am Steuer?
Die Kontrolle großer Tech-Unternehmen über Daten und politische Prozesse wächst – und damit auch die Sorge vor einem neuen Zeitalter des Technofaschismus. Laut Fortune Crypto reicht Regulierung nicht aus. Die Lösung? Unabhängige Alternativen, die sich der Macht von Big Tech entziehen. Doch wie könnte das aussehen? In diesem Artikel findest du gleich mehrere Ideen:
https://fortune.com/crypto/2025/03/09/technofascism-is-here-we-have-one-way-out
