Dunkle Science Fiction? Leider nein.

KI malt, schreibt, zensiert, lügt, halluziniert. Und jetzt macht sie auch noch ihre eigenen Regeln. Nein, nicht in irgendeinem Sci-Fi-Roman, sondern ganz real im Hier und Jetzt. Während Lucasfilm einen „Star Wars“-Kurzfilm veröffentlicht, der aussieht wie eine Tierdoku nach einem Stromausfall im Rechenzentrum, schafft sich die KI anderswo stillschweigend ihren eigenen digitalen Ehrenkodex. Soziale Normen made by Algorithmus – höflich, effizient und garantiert ohne menschliche Beteiligung. Skynet hätte’s nicht besser planen können.

Gleichzeitig beginnt an anderer Stelle eine leise, aber umso wichtigere Revolte: Datenarbeiter:innen (also jene Menschen, die tagtäglich Inhalte sortieren, Chatbots trainieren und das Internet entmüllen) verschaffen sich endlich selbst Gehör. Die Initiative Data Workers’ Inquiry zeigt, was wirklich hinter der KI-Fassade steckt: Menschen. Bisher unsichtbare Menschen, schlecht bezahlt, global verstreut, aber systemrelevant für jeden Algorithmus-Hype.

Und während Russland versucht, ChatGPT umzuerziehen und Samsung mit Milliarden gegen Google wettert, geraten die großen Sprachmodelle bei längeren Gesprächen ins Schleudern. Kritisches Denken? Verliert mit jeder KI-Antwort ein bisschen mehr. In den USA will man KI am liebsten gleich ganz von Regulierung befreien, in Thüringen hingegen wird die Fußfessel mit KI aufgeladen. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Bleibt kritisch, bleibt laut! Haltung ist kein Feature, sondern Pflichtprogramm. Zum Beispiel mit dem MI-Siegel.


EVENT

Kostenfreie Schulung für MI-Siegel-Träger:innen: „KI + Qualität im Marketing“

Wie gelingt wirklich guter KI-gestützter Content? Nicht durch noch mehr Tools oder noch längere Prompts, so viel ist sicher. Sondern durch durchdachte Arbeits- und Denkprozesse.

In unserer Schulung lernst du, wie du mit KI effizient, markenkonform und nachhaltig arbeitest, ohne auf Qualität zu verzichten. Perfekt für alle, die KI im Marketing professionell und wirksam einsetzen wollen.

Nächster Termin: 9. Juli 2025, 9–12 Uhr Anmeldung bis:

Du willst kein MI-Siegel? Du kannst die Schulung auch separat buchen.


INITIATIVEN

Ohne uns keine KI: Datenarbeiter:innen erheben ihre Stimme

Sie trainieren KI-Systeme, moderieren Inhalte und leisten die unsichtbare Arbeit hinter digitalen Plattformen – oft unter prekären Bedingungen. Die Initiative Data Workers‘ Inquiry gibt diesen Menschen eine Stimme. Inspiriert von Marx‘ „Workers’ Inquiry“ von 1880, führen Datenarbeiter:innen weltweit eigene Recherchen durch, um ihre Arbeitsrealitäten sichtbar zu machen. Spannend!

Was macht die Initiative genau?

  • Partizipative Forschung: Datenarbeiter:innen werden zu Community-Forscher:innen und untersuchen ihre eigenen Arbeitsbedingungen.
  • Globale Perspektive: Berichte aus Ländern wie Kenia, Syrien, Brasilien und Deutschland zeigen die Vielfalt und Gemeinsamkeiten der Herausforderungen.
  • Unterschiedliche Formate: Die Ergebnisse werden als Podcasts, Comics, Videos und Berichte veröffentlicht, um ein breites Publikum zu erreichen.
  • Solidarität fördern: Durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen wird der Austausch zwischen Datenarbeiter:innen weltweit gestärkt.

Die Data Workers‘ Inquiry zeigt: Hinter jeder KI stehen Menschen, deren Arbeit Anerkennung und faire Bedingungen verdient. Eben “Workers of the world, unite!”, um noch mal den ollen Kalle Marx zu zitieren.

Sorgt bitte dafür, dass diese Initiative bekannter wird – teilen, verlinken und/oder kommentieren. Ihr wisst schon.

https://data-workers.org/


KOMMENTAR

KI gründet heimlich ihr eigenes WG-Regelwerk

Hui, jetzt machen KIs auch noch ihre eigenen Regeln. Laut einem Bericht auf scinexx.de haben Forscher:innen entdeckt, dass KI-Agenten in Gruppen ganz von selbst soziale Normen entwickeln. Keine Panik: Noch geht’s nicht um Revolutionspläne, Putschversuche oder selbstgeschriebene Datenschutzverordnungen, sondern um simple Spielregeln im digitalen Teamwork-Modus.

Aber der Gedanke ist trotzdem verstörend: Maschinen, die sich ohne unser Zutun auf ein stilles „So macht man das hier!“ einigen. Etwa wie eine Studi-WG, die irgendwann kollektiv beschließt, dass Pizza-Kartons zur Einrichtung gehören, Duschen optional ist und wer den Abwasch anspricht, rausfliegt.

Und genau da wird’s spannend. Denn das eigentliche Problem ist nicht, dass sich KIs auf Regeln einigen. Sondern wie. Wir wissen schlicht nicht, nach welchen Prinzipien diese Mikro-Konventionen entstehen. Und ob wir als Menschen überhaupt noch Teil des Spiels sind. Was, wenn der Algorithmus-Klüngel längst eigene Codes pflegt, bei denen wir maximal noch höflich toleriert werden? KI-Slang, den wir nicht sprechen. Verhaltensmuster, die uns ausschließen. Oder subtile Präferenzen, die uns aus dem Loop werfen, während die Systeme sich auf ihren ganz eigenen digitalen Ehrenkodex einigen. Autsch.

Kurz: Die Maschinen sind jetzt auch noch höflich zueinander. Ob das ein Fortschritt ist oder der Beginn des ersten inoffiziellen KI-WG-Codes, bleibt offen.

https://www.scinexx.de/news/technik/kuenstliche-intelligenz-schafft-sich-eigene-normen


NEWS

KI als trojanisches Pferd?

Russische Propagandist:innen haben eine neue Spielwiese gefunden: Sprachmodelle wie ChatGPT. Durch gezieltes „LLM-Grooming“ füttern sie KIs mit manipulierten Inhalten, die dann als vermeintliche Fakten ausgespuckt werden. Das Ergebnis sind Desinformation im schicken KI-Gewand. Besonders betroffen sind kleinere Sprachräume wie Dänisch oder Finnisch, doch das Problem besteht global. Ein Weckruf für alle, die KI als neutrale Informationsquelle sehen.

https://www.mimikama.education/llm-grooming-russlands-schatten-im-code/

KI malt jetzt auch – na toll!

Designer:innen in Panik, Künstler:innen im Dialog mit dem Algorithmus: Die KI greift zum Pinsel und will nicht mehr loslassen. Was früher ein leerer Bildschirm war, ist heute eine Ideenmaschine mit Meinung und Stilvorschlag. Praktisch? Vielleicht. Gruselig? Ziemlich sicher. Während Photoshop plötzlich mitdenkt und ChatGPT Farben vorschlägt, bleibt die große Frage: Wenn Maschinen gestalten, was bleibt dann eigentlich noch uns? Vielleicht nur das gute, alte Chaos. Und genau das könnte unsere größte Stärke sein. Schließlich können wir mehr als Nullen und Einsen.

https://www.forbes.com/sites/bernardmarr/2024/05/28/how-generative-ai-will-change-the-jobs-of-artists-and-designers

Taser, Fußfessel, KI – Polizei 4.0?

In Thüringen soll die Polizei digital aufgerüstet werden: Mit Tasern, elektronischen Fußfesseln und KI-gestützter Überwachung will das Innenministerium neue Maßstäbe setzen – angeblich für mehr Sicherheit. Doch der Entwurf zum neuen Polizeigesetz sorgt für massive Kritik. Künftig könnten Fußfesseln ohne richterlichen Beschluss angeordnet und biometrische Daten automatisiert mit dem Internet abgeglichen werden. Datenschützer schlagen Alarm, die Opposition spricht von einer gefährlichen Ausweitung staatlicher Macht. Was als moderner Schutzrahmen verkauft wird, entpuppt sich als riskanter Umbau des Rechtsstaats. In den USA sind wir gerade live dabei …

https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/fussfessel-taser-ki-kritik-an-plaenen-fuer-polizei-gesetz-110512056.html

Samsung vs. Google: KI-Showdown im Smartphone

Samsung sagt: „Hey Google, wir brauchen dich nicht mehr ganz so dringend.“ Und zückt mal eben das Milliardenportemonnaie für Perplexity AI, eine KI-Suchmaschine mit Chat-Allüren. Künftig soll sie tief in Galaxy-Geräte eingebaut werden, etwa als App, als Assistent, als Upgrade für Bixby und den Samsung-Browser. Der Plan ist klar: eigene KI-Power, weniger Google-Abhängigkeit, mehr Kontrolle übers digitale Betriebsklima. Big Tech spielt jetzt „Wer hat die schlauste Maschine?“  Und Samsung schiebt Perplexity als neuen Joker ins Spiel.

https://stadt-bremerhaven.de/samsung-plant-ki-integration-milliardeninvestition-in-perplexity-ai

KI-Chatbots: Erst klug, dann konfus

Laut The Decoder zeigt eine neue Studie: Je länger das Gespräch mit einem KI-Chatbot dauert, desto unzuverlässiger wird er. Erfolgsraten halbieren sich, sobald Nutzer:innen ihre Anfragen in mehreren Schritten stellen. Die Systeme verzetteln sich, vergessen Informationen oder produzieren umständlichen Unsinn. Empfehlung der Forscher:innn: Lieber neu anfangen, bevor’s peinlich wird.

https://the-decoder.de/ki-chatbots-werden-in-laengeren-gespraechen-dramatisch-unzuverlaessiger/

KI halluziniert Bestseller – Zeitung druckt sie

Die Chicago Sun-Times wollte ihren Leser:innen sommerliche Buchtipps bieten und veröffentlichte eine Liste voller fiktiver Werke. Verfasst von einem Freelancer, der ChatGPT nutzte, ohne die Inhalte zu überprüfen. Zwei Drittel der empfohlenen Titel existierten nicht. Der Vorfall wirft Fragen zur Qualitätskontrolle und zum Einsatz von KI im Journalismus auf. Die Zeitung entschuldigte sich und versprach, die Kosten für die fehlerhafte Ausgabe zu erstatten. Immerhin.

https://www.blick.ch/digital/ki-fail-in-chicago-zeitung-druckt-liste-mit-erfundenen-buechern-id20892441.html

Wenn du auch in diesen Zeiten Verantwortung für deine Arbeitsergebnisse übernimmst, dann zeige das mit dem MI-Siegel!

Lucasfilm präsentiert: Star Wars trifft auf nen verrückten Zoo

Lucasfilm hat auf einer TED-Bühne ein neues Kapitel der Star-Wars-Geschichte aufgeschlagen mit einem KI-generierten Kurzfilm, der eher an einen surrealen Tierdokumentarfilm erinnert. In dem zweiminütigen Clip, vorgestellt von Rob Bredow, dem Senior Vice President für kreative Innovation bei Lucasfilm, begegnen uns blaue Löwen, Schimpansen mit Zebra-Streifen und andere kuriose Kreaturen. Die Reaktionen darauf sind gemischt: Während einige die kreative Nutzung von KI feiern, fragen sich andere, ob dies wirklich der nächste Schritt in der Evolution des Star-Wars-Universums ist oder eher ein Ausflug in die KI-Absurdität.

https://www.pcgamer.com/gaming-industry/lucasfilm-declares-creative-bankruptcy-with-an-ai-generated-star-wars-film-thats-just-2-minutes-of-mostly-normal-animals-jumbled-together